Dass sich etwas ändert und auch ändern muss, das war nicht nur dem Schorschla schon vor der Kommunalwahl am Sonntag klar. Starkes Bamberg befindet sich nach 20 Jahren im Auslaufmodus, ein neues starkes Bamberg unter neuer Führung ist die Herausforderung für das neue Politteam im Rathaus. Generationswechsel. Frisches Blut. Eine gelungene Mischung aus Engagement und Erfahrung. Dafür wollten und sollten die Bambergerinnen und Bamberger die richtigen Kreuzchen setzen.
Am Sonntagabend dann die erste Überraschung. Ausgerechnet am Weltfrauentag endete der Traum der ersten möglichen Oberbürgermeisterin Melanie Huml an einigen hundert Stimmen. Für die Stichwahl am 22. März qualifizierten sich der bisherige Grünen-Bürgermeister Jonas Glüsenkamp und der Bamberger Gärtnermeister und SPD-Stadtrat Sebastian Martins Niedermaier. Ein Ergebnis, welches bayernweit die Schlagzeilen beherrschte und von unserem Ministerpräsidenten Markus Söder mit den Worten „Bamberg tut weh“ kommentiert wurde.
Am Montag stand dann die Auszählung der Stadtratsstimmen im Kalender. Und hier war vor allem Geduld bei den politisch Interessierten gefragt. Bis in die frühen Morgenstunden flatterten die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke auf die Internetseiten, um 2:05 Uhr waren 85 von 86 Stimmbezirke ausgezählt. Das vorläufige Ergebnis in aller Kürze: Die CSU kann ihr Wahlergebnis von 2020 leicht verbessern und wird wohl stärkste Fraktion. Hauchdünn gefolgt von Grünes Bamberg, die vier Prozentpunkte gegenüber 2010 einbüßen, aber wie die CSU mit jeweils 10 Stadträten vertreten sind. Die SPD hat sich ebenfalls leicht verbessert und erhält sieben Sitze, die AfD verdoppelt ihre Plätze von 2 auf 4. Die Linke erobert drei Mandate. Die neugegründete „Zwiebel“ wird bei ihrem Wahldebut mit zwei Sitzen belohnt, ebenso wie der Bamberger Bürgerblock mit Norbert Tscherner an der Spitze. Dahinter folgen sechs Parteien mit einem Sitz, Freie Wähler, FDP, ÖDP, Volt, sowie Jürgen Weichleins „Bamberger Mitte“ und Bambergs unabhängige Bürger, bei der Karin Einwag die Pole Position behaupten kann und Daniela Reinfelder und Klaus Stieringer aus dem Stadtrat drängt. Die exakten Stimmen und Veränderungen zu 2010 finden Sie übrigens unter https://kommunalwahl2026.bamberg.de/stadtrat/
Was bedeuten diese Ergebnisse aber für Bamberg? Erst einmal freut sich es Schorschla auf eine richtig spannende Stichwahl. Denn Sebastian Martins Niedermaier (SPD, 28.760) wie auch Jonas Glüsenkamp (Bambergs Grüne, 26.980) erhielten am Sonntag die meisten Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Danach bleibt ein großes Fragezeichen. Was ja nichts Negatives bedeuten muss. Ganz im Gegenteil. Viele neue Gesichter. Viele neue Ideen. Viele Gespräche. Neue Mehrheiten. Absprachen. Pokern um Beschlüsse. Was sich es Schorschla wünscht? Dass zum Wohle Bambergs entschieden wird. Dass Visionen für eine erfolgreiche Zukunft unseres geliebten Bambergs umgesetzt werden. Dass Egoismen in den Hintergrund treten und es ums große Ganze geht. Und dass man parteiübergreifend miteinander statt gegeneinander arbeitet. Ja, diese Wahl ist eine Zeitenwende. Hoffentlich zum Guten!

