Jury zeichnet Lea Schmocker als Künstlerin der Metropolregion Nürnberg aus
Seit vielen Jahren prägt die Schauspielerin, Regisseurin und Theatermacherin Lea Schmocker das Kulturleben der Metropolregion Nürnberg mit szenischen Lesungen, eigenwilligen Theaterprojekten und einer Arbeit, die bewusst die Grenzen zwischen Bühne und Alltag auflöst. Eine Jury ehrt deshalb die Wahl-Erlangerin als Künstlerin der Metropolregion Nürnberg im Monat April.
Geboren in Basel und ausgebildet an der Zürcher Hochschule der Künste, war Schmocker von 1998 bis 2005 Ensemblemitglied am Theater Erlangen. Seither arbeitet sie als freie Künstlerin – eine Entscheidung, die ihr den Raum gibt, konsequent ihren Weg zu verfolgen und eigene Formate zu entwickeln. Ihre Projekte tragen unverkennbar ihre Handschrift: klug, sinnlich, humorvoll und nie ganz erwartbar.
Im Zentrum ihrer Arbeit stehen szenische Lesungen, die den klassischen Rahmen bewusst hinter sich lassen. Lea Schmocker liest nicht einfach – sie spielt, gestaltet und verdichtet Texte. Mit großer Sprachlust, feinem Rhythmusgefühl und häufig im Zusammenspiel mit Musikern und Musikerinnen entstehen dichte, lebendige Abende, die Literatur direkt erfahrbar machen. Dabei verbindet sie Leichtigkeit mit Tiefgang, Ernst mit Humor und geht damit weit über klassische Formate hinaus.
Ein besonderer Schwerpunkt in ihrer Arbeit liegt auf Schriftstellerinnen, deren Stimmen zu Unrecht überhört, übersehen oder bewusst verdrängt wurden. Ausgangspunkt war die Lesung „Es könnte sein, es könnte sein, dass wir zu Staub zerfallen“, die 2023 zum Jahrestag der Bücherverbrennungen entstand. Gemeinsam mit der Musikerin Izabella Effenberg widmete sie sich verfolgten Autorinnen. Daraus entwickelte sich die Reihe „Autorinnen im Fokus“ – 2026 steht die Schweizer Schriftstellerin Adelheid Duvanel im Mittelpunkt, mit Aufführungen am 10. Mai in Erlangen, am 19. Mai in Nürnberg sowie im Rahmen des Erlanger Poetenfests.
Der Mensch steht im Mittelpunkt Für die Bürger:innenbühne des Schauspiels Erlangen entwickelt Schmocker Projekte gemeinsam mit Menschen, die keine professionellen Schauspieler sind, aber ihre eigenen Geschichten und Perspektiven einbringen. Produktionen wie „Mensch.Sein“, das 2025 als Parcours im Erlanger Burgberggarten Premiere hatte, oder „Im Zweifel für den Zweifel“ (ab 16. Juli 2026 im Theaterhof) zeigen Theater als offenen Erfahrungsraum – persönlich, direkt und überraschend.
Dabei versteht Schmocker Kunst nicht als abgeschlossenen Raum. Kunst gehört für sie nicht in den Elfenbeinturm, sondern dorthin, wo sie Menschen erreicht. Sie sucht mit ihren Formaten aktiv die Begegnung, ob in Bibliotheken oder Bildungseinrichtungen. Diese Haltung prägt auch ihre Arbeit als Dozentin. Seit vielen Jahren gibt sie Workshops bei Bildungsträgern sowie in sozialen Einrichtungen. Seite 2 von 2
Ihr Anliegen ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen, ihnen einen eigenen Zugang zu Sprache, Humor und Ausdruck zu eröffnen und damit die Freiheit, Neues auszuprobieren.
Zunehmend richtet sie ihren Fokus auf Empowerment, insbesondere von Frauen. Dabei arbeitet sie häufig interdisziplinär, etwa mit Medizinerinnen, Pflegekräften oder Hospizbegleiterinnen, und setzt bewusst auf Humor und Emotion als Kraftquellen. Was Lea Schmocker antreibt, ist die Lust am Ausprobieren: Räume zu öffnen, in denen Neugier wachsen darf, in denen man sich zeigen kann, ohne perfekt sein zu müssen – und in denen es ausdrücklich erlaubt ist, auch einmal über sich selbst zu lachen.
Mehr zur Auszeichnung „Künstler:in der Metropolregion“ unter www.metropolregionnuernberg.de/kuenstlerinnen-der-metropolregion-nuernberg
Über die Auszeichnung „Künstler:in der Metropolregion“
Die Breite, die Vielfalt und das flächendeckende Angebot in den Bereichen Kunst und Kultur stellen ein herausragendes Qualitätsmerkmal der Metropolregion Nürnberg dar und sind ein bedeutender Standortfaktor. Um die künstlerisch-kreative Potenz der Metropolregion öffentlich sichtbar zu machen, wird seit Mai 2010 jeden Monat ein Künstler / eine Künstlerin der Metropolregion Nürnberg durch das Forum Kultur geehrt. Die Jury besteht aktuell aus zwölf Mitgliedern des Forums Kultur aus Neumarkt i.d.OPf., Hof, Fürth, Feuchtwangen, Nürnberg, Rothenburg, Coburg, Erlangen, Amberg, Schwabach, Weiden und Roth. Die Fachjury berät zwei Mal im Jahr über die Nominierten der jeweils kommenden sechs Monate, die aus allen Teilen der Region stammen. Neben Qualität und Renommee der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler, wird dabei auf Genderparität sowie eine ausgewogene Alters- und Spartenstruktur der Preisträgerinnen und -träger Wert gelegt. Über 180 Künstlerinnen und Künstler erhielten in den vergangenen 15 Jahren die Auszeichnung „Künstler:in der Metropolregion“.

