In der Nacht zum vergangenen Sonntag, den 29. März, wurden die
Uhren um 2:00 Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt. Die Zeitumstellung ist
nicht nur für uns Menschen eine große Veränderung, sondern auch für Rehe,
Wildschweine und andere Tierarten. Der Grund: Mit der Zeitumstellung nimmt die
Gefahr von Wildunfällen gerade in der Dämmerungszeit zu.
Die „verlorene Stunde“ hat nicht nur Auswirkungen auf unseren Tagesablauf,
sondern auch auf den Biorhythmus. Die Folgen sind oftmals Müdigkeit und
mangelndes Konzentrationsvermögen – Faktoren, die im Rahmen der
Verkehrssicherheit eine zentrale Rolle spielen. Aus diesem Grund sollten
Verkehrsteilnehmende, bei denen diese Symptome auftreten, besonders vorsichtig
und vorausschauend fahren und sich nicht übermüdet ans Steuer setzen.
Auch das Unfallrisiko durch Wildwechsel ist ein risikoreicher Bestandteil des
Zeitumstellung-Prozesses. Bayernweit ereignen sich jährlich rund 80.000
Wildunfälle, der Freistaat zählt damit zu den Bundesländern mit den meisten
Wildunfällen im Bundesvergleich.
Häufig sind die Tiere in den frühen Morgenstunden in Waldgebieten oder entlang
von Feldern auf der Suche nach Nahrung, was auf dortigen Landstraßen zu einer
erhöhten Unfallgefahr führt. Verkehrsschilder, die Autofahrende frühzeitig auf
Gefahren durch Wildwechsel hinweisen, sollten unbedingt beachtet werden. Sind
blaue Reflektoren an den Leitpfosten zu sehen, gilt dies zudem als deutliches Indiz
für eine Strecke mit gehäuften Wildunfällen. Ein angepasstes, reduziertes Tempo
kann Autofahrende zudem häufig vor einer Kollision mit einem Waldtier bewahren.
Sobald Autofahrende Tiere auf oder neben der Straße sehen, sollten sie bremsen,
hupen und das Licht abblenden – so können die Wildtiere vertrieben werden. Viele
Waldtierarten leben in Rudeln, daher ist es besonders wichtig, vor der Weiterfahrt
auf nachfolgende Tiere zu achten.
Auch wenn es schwerfällt: Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, gilt es das Lenkrad
möglichst gerade zu halten und kräftig zu bremsen. Nach einem Wildunfall muss die
Unfallstelle abgesichert sowie Polizei und Jäger informiert werden. Ein weiterer
wichtiger Aspekt: Verletzte oder tote Tiere dürfen niemals von eigener Hand vom
Ort des Unfalls weggebacht werden. Wer dies tut, riskiert eine Anzeige wegen
Wilderei.
Foto: ADAC

