OBERFRANKEN. Landstraße – das bedeutet Kurven und Freiheit. Kein Stau, sondern der direkte und schönere Weg durch reizvolle Landschaften. Doch genau hier passieren besonders häufig schwere Unfälle. Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik 2025 der oberfränkischen Polizei zeigt deutlich: Ein erheblicher Teil, nämlich 25 der insgesamt 37 Verkehrstoten, starb auf Landstraßen. Ein alarmierender Hinweis darauf, wie riskant selbst vertraute Strecken sein können.
Im Jahr 2026 richtet die Polizei Oberfranken deshalb den Blick auf typische Unfallursachen auf Landstraßen. Eine davon: Ablenkung am Steuer.
Ein Augenblick ist zu viel
Ein aufblinkender Handybildschirm, ein schreiendes Kind auf der Rücksitzbank, das umfangreiche Infotainment-System eines neuen Autos oder der tropfende Kaffeebecher – ein kurzer Blick weg von der Straße reicht häufig schon für eine brenzlige Situation oder einen folgenschweren Unfall. In Zahlen ist es schwer greifbar, aber Ablenkung zählt mittlerweile zu den häufigsten Unfallursachen.
Kurios und zugleich mahnend sind die folgenden Beispiele aus diesem Jahr:
Wie wichtig es ist, sich mit der verbauten Fahrzeugtechnik vertraut zu machen, zeigt ein Beispiel aus dem Landkreis Hof. Ende Januar wollte eine Autofahrerin die Sitzheizung ihres Fahrzeugs einschalten. Da sie dafür den Blick von der Straße abwandte, kam auch sie von der Fahrbahn ab und touchierte die Leitplanke.
Auch von Ereignissen neben der Straße sollte man sich nicht ablenken lassen. Im Januar war ein 45-Jähriger bei Kronach unterwegs, als sein Blick an Holzfällarbeiten am Straßenrand hängen blieb. Der Mann bemerkte dabei nicht, dass die Ampel von Grün auf Rot schaltete, und kollidierte mit einem abbiegenden Fahrzeug. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, jedoch entstand ein Sachschaden in Höhe von über 20.000 Euro.
Anfang März beschleunigte ein 75-jähriger Autofahrer seinen Renault, als er auf die B4 bei Coburg auffuhr. Dabei fiel dem Mann seine Brille in den Fußraum. Als er danach greifen wollte, verriss er das Lenkrad und touchierte die Leitplanke. Am Fahrzeug entstand ein Schaden in Höhe von rund 1.000 Euro.
Keine klassische Ablenkung – dennoch kennen viele Allergiker dieses Problem gerade zum Frühlingsbeginn: Blumen blühen, Pollen und Blütenstaub liegen in der Luft. Mitte April musste eine 45-jährige Autofahrerin bei Rehau so stark niesen, dass sie von der Fahrbahn abkam und zwei parkende Fahrzeuge beschädigte. Glücklicherweise blieb sie unverletzt, allerdings entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 20.000 Euro.
Appell:
Hände ans Steuer, Blick auf die Straße und Nebensächlichkeiten bewusst ausblenden. Denn schon wenige Sekunden der Ablenkung können schwerwiegende Folgen haben. So kommen alle sicher ans Ziel.
Foto: © Polizei Oberfranken

