St. Michaelsbund verleiht Gütesiegel für 51 ausgezeichnete Büchereien
Generalvikar Kestel: Büchereiarbeit ist auch Seelsorge
Hallstadt. Büchereien sind nach Auffassung des Sankt Michaelsbundes wichtige Orte für Bildung, Begegnung und Demokratie. Deshalb hat der katholische Bibliotheksverband 51 Büchereien im Erzbistum Bamberg mit einem Gütesiegel für besondere Qualitätsstandards ausgezeichnet.
Die Siegel in Gold und Silber wurden am 8. Juli im Pfarrsaal St. Kilian in Hallstadt von Generalvikar Georg Kestel, Diözesanbibliothekarin Melanie Dirauf und dem Diözesanvorsitzenden des Sankt Michaelsbundes Bamberg, Christian Kainzbauer-Wütig, während einer Feierstunde überreicht.
Generalvikar Kestel stellte seine Ansprache unter das Motto „Lesen ist wichtig!“ Lesen sei etwas Grundlegendes für die Menschen, und durch die Strukturen, die die Büchereien und der sie unterstützende Sankt Michaelsbund bieten, könne das Lesen gefördert werden. Gleichzeitig seien Büchereien auch Orte der Seelsorge. Wertschätzung, besonders für ehrenamtliches Engagement, sei deshalb wichtig, weil Hauptamtliche auf eine solche Unterstützung angewiesen seien.
Melanie Dirauf bezeichnete Büchereien als „Orte der kulturellen Begegnung“. Man könne dort nicht nur Bücher ausleihen, es fänden auch viele weitere Veranstaltungen wie Lesungen, Ausstellungen oder VHS-Kurse statt. Büchereien seien beliebte Treffpunkte für Menschen, die sich einsam fühlten, und sie könnten außerdem durch christliche Angebote ein niederschwelliger Zugang zu Kirche sein. Die Diözesanbibliothekarin betonte: „Büchereien sind in unserer heutigen Zeit eine ganz wichtige Institution.“

Kainzbauer-Wütig hob die Bedeutung von Büchern für Bildung und Demokratie hervor. Sie vermittelten Wissen und stärkten die gesellschaftliche Teilhabe. Sein besonderer Dank galt den überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Das ist eine Arbeit, die man nicht hoch genug schätzen kann“, sagte er. Gerade angesichts knapper werdender Budgets sei ihr Einsatz für die Menschen vor Ort unverzichtbar. Er rief sie dazu auf, sich angesichts des häufig kleiner werdenden Budgets und damit einhergehender Schwierigkeiten immer wieder in Erinnerung zu rufen, was der Grund für ihren Einsatz sei: die Menschen vor Ort.
Die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements zeigte sich auch an der großen Zahl der Ehrengäste. Unter ihnen waren Landräte oder ihre Stellvertreterinnen, zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie viele Pfarrer, die den Ehrenamtlichen ihren Dank und ihre Anerkennung ausdrückten.
Die Gütesiegel werden alle zwei Jahre in Gold und Silber an Büchereien vergeben. Der Landesverband des Sankt Michaelsbundes hat gemeinsam mit den diözesanen Fachstellen in Bayern 16 Qualitätsstandards formuliert, die als Mindestanforderungen verstanden werden. Sie betreffen verschiedene Bereiche wie zum Beispiel die Auffindbarkeit der Bücherei, die Öffnungszeiten, das Raum- und Medienangebot, die Finanz- und EDV-Ausstattung sowie bestimmte statistische Leistungsdaten und auch Veranstaltungen mit Kooperationspartnern. Von diesen Standards müssen mindestens 13 für ein silbernes Gütesiegel erfüllt sein und mindestens 15, um eine Auszeichnung in Gold zu erhalten.
