Kurze Meme-Sprüche und absurde Online-Trends verbreiten sich rasant über soziale Medien. Medienexperte Florian Buschmann warnt vor oberflächlicher Kommunikation – und rät Eltern zu mehr Austausch statt Verboten.
Viele Kinder und Jugendliche verwenden derzeit den Ausdruck „Six seven“ – oft ohne selbst genau zu wissen, was dahintersteckt. Der Begriff verbreitet sich vor allem über soziale Netzwerke und kurze Internetvideos. Medienexperte Florian Buschmann beobachtet den Trend inzwischen auch an deutschen Schulen.
Nach Ansicht des Psychologen und Medienberaters stehen solche Begriffe vor allem für Zugehörigkeit innerhalb einer Gruppe. Kinder wollten verstehen, was gerade „angesagt“ sei, und dazugehören. Buschmann sieht darin zugleich die zunehmende Bedeutung sogenannter Internet-Memes und kurzlebiger Online-Trends.
Kritisch bewertet der Experte dabei die sogenannte „Brainrot“-Kultur. Damit seien besonders kurze, absurde oder wenig inhaltliche Videos gemeint, die sich über Plattformen wie TikTok rasend schnell verbreiten. Buschmann warnt davor, dass Kommunikation dadurch oberflächlicher werden könne und Kinder problematische Inhalte ungefiltert übernehmen.
Eltern und Lehrkräfte sollten jedoch nicht nur mit Verboten reagieren. Wichtig seien Medienkompetenz, Gespräche auf Augenhöhe und gemeinsame Aktivitäten außerhalb digitaler Medien.
Florian Buschmann arbeitet seit mehreren Jahren im Bereich Medienprävention und ist Gründer der Initiative „OFFLINE HELDEN“, die Workshops und Beratungen zum Thema Kinder und digitale Medien anbietet.
Jugendliche nutzen soziale Medien und Messenger täglich – viele Trends verbreiten sich dort innerhalb kürzester Zeit. Foto: Pixabay

