Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Lisa Badum besuchte eine ca. 50-köpfige Gruppe unmittelbar nach den Ostertagen die Hauptstadt Berlin. Die Einladung richtete sich vornehmlich an ehrenamtlich Aktive aus ihrem Wahlkreis. Neben Mitgliedern des Technischen Hilfswerks und der freiwilligen Feuerwehr sowie weiteren Interessierten war auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) e.V. vertreten. Aus dem DLRG-Ortsverband Bamberg-Gaustadt e.V. nahmen unter anderem Matthias Brand (zweiter von rechts), Einsatzleiter Wasserrettungsdienst, sowie Felicitas Bönig (links), in der vorbeugenden Gefahrenaufklärung für Vor- und Grundschulkinder tätig, teil.
Zum Auftakt stand ein Besuch beim Technischen Hilfswerk auf dem Programm. Vorgestellt wurden die Struktur, das umfangreiche Aufgabengebiet sowie die Fähigkeiten, über die das THW verfügt. Manche Nicht-THWler waren überrascht, als sie erfuhren, dass das THW nicht als Rettungsorganisation gilt, sondern eine dem Bundesinnenministerium unterstellte Behörde ist. Gleichwohl wird es um einen hauptamtlichen Kern vor allem von ehrenamtlichem Engagement getragen. Tätig wird es grundsätzlich nur auf Anforderung durch Behörden oder Rettungsorganisationen. Der Referent betonte ausdrücklich: Im Einsatz sei entscheidend, dass die Beteiligten reibungslos kooperieren, die jeweiligen Stärken nutzen und Schwächen eingestehen. Denn für Kompetenzgerangel und Eifersüchteleien sei im Ernstfall keine Zeit.
Der folgende Tag startete mit einer an politischen und historischen Gesichtspunkten orientierten Stadtrundfahrt. Hierbei wurde deutlich: Wer sich vertieft vor Ort mit dem Thema beschäftigen möchte, sollte einen längeren Urlaub einplanen.
Nach der Mittagspause besuchte die Gruppe das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Schon vor der Abfahrt vom Schöneberger Rathaus hatten mehrere Mitfahrende verschiedenen Alters im Gespräch beklagt, dass die Zeit des nationalsozialistischen Regimes in ihrer Schulzeit kaum behandelt wurde – in den Siebzigern wie noch im letzten Jahrzehnt.
Anschließend ging es am Brandenburger Tor vorbei zum Deutschen Bundestag. Nach umfangreichem Sicherheitscheck konnte die Gruppe gemeinsam mit anderen zunächst einen Blick von der Besuchertribüne in den Plenarsaal werfen. Daraufhin erfuhren die Anwesenden viele Details über die Geschichte des Hauses und die Arbeitsweise des Bundestags. Eine wichtige, oft nicht beachtete Information war: Bei Debatten sind meist nur die im jeweiligen Fachgebiet involvierten Abgeordneten anwesend, doch die Abwesenden mitnichten untätig. Denn sie widmen sich ihren zahlreichen weiteren Aufgaben, insbesondere den Arbeiten zu ihrem jeweiligen Thema – nicht zuletzt in den Ausschüssen des Bundestags.
Im Anschluss stand Frau Badum für zahlreiche Fragen und zur Diskussion zur Verfügung. Hierbei kamen sowohl die Arbeit der im Rettungswesen engagierten Anwesenden als auch Umwelt-, Natur- und Klimaschutz betreffende Punkte zur Sprache. Frau Badum nahm eine große Zahl an Anregungen entgegen und sagte zu, das, was nicht in ihre Kompetenz falle, an die richtigen Personen und Stellen weiterzuleiten.

Es folgte der Besuch der Reichstagskuppel, deren Innenansichten schon gewaltigen Eindruck machten. Aber auch der Blick nach außen, in alle Himmelsrichtungen über die Stadt, zeigte Wirkung – wobei zugegebenermaßen die Architektur in manchen Fällen Geschmackssache sein dürfte.
Der letzte Tag startete mit einem weiteren Sicherheitscheck, intensiver noch als vor dem Bundestag, im Bundesinnenministerium. Der anschließende Vortrag informierte über Struktur und Aufgabenbereich des Ministeriums. Thematisiert wurde auch der erhebliche Aufwand, der bei Neuzuschnitt und Aufgabenverlagerung anfällt.
Letzter Programmpunkt war das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“, welches unmittelbar am als Baudenkmal erhaltenen Rest der Berliner Mauer steht. Nach individuellem Durchgang fand, in Kleingruppen aufgeteilt, eine erläuternde Führung statt. In eindrucksvollen Bildern und Zeitdokumenten ist die Schreckensherrschaft des NS-Regimes „erlebbar“ dargestellt. Auch die unzureichende Aufarbeitung in der Nachkriegszeit wird nicht ausgespart. Den Abschluss bildeten der Bustransfer zum Bahnhof und die Heimfahrt mit dem Zug.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden die drei Tage wohl kaum vergessen. Ungeachtet aller politischen Meinungsverschiedenheiten – die waren während des Berlinbesuchs kein Thema – dürfte deutlich geworden sein: Sich für den Erhalt des demokratischen Gemeinwesens einzusetzen, sich innerhalb dessen zu engagieren, autokratischen Tendenzen entschieden entgegenzutreten, lohnt sich.
Bilder:
Gruppenbild vor der Reichtstagskuppel: Matthias Brand, DRLG Bamberg-Gaustadt e.V.
Brandenburger Tor: Felicitas Bönig, DLRG Bamberg-Gaustadt e.V.

