Feierliche Verleihung in Nürnberg würdigt jahrhundertealte Tradition und starkes Ehrenamt
Eine große Ehre für Burgwindheim: Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat hat das Heilig-Blut-Fest am Abend des 09.07.2026, in Nürnberg offiziell in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Auszeichnung würdigt ein Fest, das seit Jahrhunderten gelebt und dessen Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die Jahr für Jahr an der Ausrichtung des traditionsreichen Festes mitwirken, nahm der Arbeitskreis „IKE Heilig-Blut-Fest“ die Auszeichnung stolz entgegen. Eine verdiente Ehrung, die zu Recht das starke ehrenamtliche Engagement in ganz Burgwindheim in den Mittelpunkt rückt.
Ein Fest mit Wurzeln im Jahr 1465
Das Heilig-Blut-Fest geht auf ein legendenhaftes, als „Wunder“ überliefertes Ereignis bei der Fronleichnamsprozession im Jahr 1465 zurück. Bis heute steht im Mittelpunkt der jährlich acht Tage nach Fronleichnam begangenen Feierlichkeiten der Festgottesdienst mit anschließender „Großer Blutsprozession“ durch den Ort, für die kunstvolle Blumenteppiche und besondere Altäre gestaltet werden. Neben dem religiösen Kern hat sich im Laufe der Zeit ein weltliches Rahmenprogramm mit Jahrmarkt entwickelt, das Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region anzieht.
Getragen wird das mehrtägige Fest von einem außergewöhnlich breiten ehrenamtlichen Engagement: Vereine, Feuerwehren, Musikkapellen, die Kirchengemeinde sowie zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer aus Burgwindheim bringen sich Jahr für Jahr mit großem Einsatz in Vorbereitung und Durchführung ein.
Würdigung eines langen Weges
Der Aufnahme in das Landesverzeichnis ging ein umfangreicher Bewerbungsprozess voraus. Über viele Monate hinweg hatten engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Burgwindheim im Rahmen mehrerer öffentlicher Sitzungen historische Quellen zusammengetragen, die Abläufe des Festes dokumentiert und dessen Bedeutung für Gemeinschaft, Glauben und Identität herausgearbeitet.
Das Heilig-Blut-Fest ist eine von insgesamt 19 Neuaufnahmen, mit denen das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nun auf 103 Eintragungen angewachsen ist. Zu den weiteren neu aufgenommenen Traditionen zählen unter anderem die Erlanger Bergkirchweih, die Ansbacher Rokoko-Festspiele sowie die Lohrer Karfreitagsprozession.
Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte anlässlich der Neuaufnahmen: „Das immaterielle kulturelle Erbe Bayerns symbolisiert Heimat und vermittelt ein Gefühl von Identität, Zugehörigkeit und Gemeinschaft.“
Bedeutung für Burgwindheim
Für die Marktgemeinde Burgwindheim bedeutet die Auszeichnung einen wichtigen Moment der Wertschätzung und des Stolzes. Sie macht deutlich, dass gelebte Tradition nicht selbstverständlich ist, sondern vom Einsatz vieler Menschen lebt – und rückt zugleich die Rolle Burgwindheims als lebendigen Träger dieses kulturellen Erbes in den Fokus. Gerade für kleinere Gemeinden wie Burgwindheim hat diese Anerkennung besondere Strahlkraft: Sie macht sichtbar, welche kulturellen Schätze im ländlichen Raum gepflegt werden, und stärkt das Bewusstsein für die eigene Identität weit über die Grenzen der Region hinaus.
Auf dem Bild, v. l.: Herr Landrat Johannes Maciejonczyk, Frau Christine Rottmund (AK IKE), Herr Bürgermeister Johannes Polenz (Markt Burgwindheim), Dekan Herr Albert Müller, Viktorija Stošić (Allianzmanagerin der VG Ebrach), Herr Peter Ryba (AK IKE), Herr Franz Werner (AK IKE), Herr Bürgermeister Daniel Vinzens (Markt Ebrach), Herr Xaver Nistler (AK IKE), Herr Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker, Frau Anneliese Nistler, Herr Werner Philipp (AK IKE), Frau Sigrun Philipp (AK IKE), Herr Landrat a. D. Johann Kalb.
Text: Viktorija Stošić/VG Ebrach

