Ein Messebericht vom weltweit größten Event für Videospiele in Köln
Von Dominik Zwingmann
Die Kölner Messehallen platzten in den vergangenen Tagen wieder einmal aus allen Nähten – und wir waren mittendrin. Mit beeindruckenden Besucherzahlen hat die Gamescom 2026 erneut bewiesen, warum sie als das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele gilt.
Insgesamt 368.000 Besucherinnen und Besucher aus 131 Ländern strömten vom 26. bis 30. August nach Köln, um die kommenden Gaming-Highlights hautnah zu erleben. Auf einer gigantischen, erstmals komplett ausgebuchten Ausstellungsfläche von rund 233.000 Quadratmetern – was etwa 32 Fußballfeldern entspricht – präsentierten über 1.700 Unternehmen aus aller Welt ihre Neuheiten.
Große Namen und lange Wartezeiten
Ein absoluter Magnet für das Publikum war die Chance, noch unveröffentlichte Videospiele eigenhändig auszuprobieren. Schwergewichte der Branche wie Nintendo, Microsoft Xbox, Ubisoft, CD Projekt Red oder Capcom buhlten mit beeindruckenden Messeständen um die Aufmerksamkeit der Fans. Wer die begehrtesten Titel austesten wollte, brauchte allerdings eine gehörige Portion Geduld: Warteschlangen von bis zu fünf Stunden waren an den beliebtesten Stationen keine Seltenheit.
Wer diese Zeit nicht abwarten wollte, fand abseits der großen Blockbuster reichlich Ausweichmöglichkeiten. Insbesondere bei den kreativen Projekten kleinerer, unabhängiger Studios – den sogenannten Indie-Spielen – ging es mit kurzen Warteschlangen deutlich entspannter zu. Beispielsweise bot sich am Gemeinschaftsstand von Games Bavaria, wo insgesamt 16 Spiele von Entwicklern aus Bayern gezeigt wurden, die Gelegenheit, direkt vor Ort mit Entwicklern aus der Region ins Gespräch zu kommen und Titel aus heimischer Produktion auszuprobieren. Neben den Spielstationen hielt zudem das Rahmenprogramm unzählige Aktivitäten, Show-Bühnen und Mitmach-Aktionen bereit, die ganz ohne stundenlanges Anstehen für beste Unterhaltung sorgten.
Prominenter Besuch aus der Bundespolitik
Die große Bedeutung der Messe spiegelte sich in diesem Jahr auch im Aufgebot der politischen Ehrengäste wider. Erstmals überhaupt war mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein deutsches Staatsoberhaupt auf der Gamescom. In seiner Rede hob er das positive Potenzial von Spielen hervor, die nicht nur unterhalten, sondern auch das gemeinsame Miteinander und die Vermittlung von historischem Wissen fördern können.
Ebenfalls unter den Gästen waren Vizekanzler Lars Klingbeil sowie Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Bei einem gemeinsamen Rundgang machten sich die Politiker ein Bild von den aktuellen Entwicklungen und betonten die Rolle der Branche als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Innovationstreiber.
Ein Milliardenmarkt für alle Generationen
Die Begeisterung in den Kölner Messehallen spiegelt einen klaren Trend wider, der sich auch im aktuellen Jahresreport der deutschen Games-Branche zeigt: In Deutschland spielen inzwischen 41,2 Millionen Menschen Computer- und Videospiele. Mit einem Durchschnittsalter von 38,3 Jahren ist die Spielerschaft längst in allen Altersgruppen vertreten. Auch wirtschaftlich ist die Branche ein Schwergewicht: Im Jahr 2025 lag der Umsatz mit Games, Hardware und Online-Services in Deutschland bei rund 9,4 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland der größte Games-Markt in Europa und der fünftgrößte weltweit.
Nach dem Erfolg in diesem Jahr steht natürlich auch der Termin für die nächste Gamescom bereits fest: Sie wird vom 25. bis 29. August 2027 stattfinden. Bereits am Abend des 24. August 2027 stimmt das Live-Event „Opening Night Live“ auf die Messe ein und verspricht zahlreiche Neuvorstellungen.
Foto: Koelnmesse / gamescom

