Weniger Lametta, mehr Strahlung
Es gibt Sätze, bei denen man als Deutscher sofort ein bestimmtes Bild im Kopf hat. „Früher war mehr Lametta“ gehört dazu. Und neuerdings vielleicht auch: „Wir brauchen Mini-Atomkraftwerke für unsere Energieversorgung.“ Spätestens da denkt es Schorschla unweigerlich an Familie Hoppenstedt. Sie erinnern sich: Weihnachten bei den Hoppenstedts, der Baum nadelt, Opa sitzt im Sessel, und irgendwo steht dieses beeindruckende Geschenk, welches für strahlende Augen beim kleinen „Dicki“ sorgt. Ein Atomkraftwerk im Miniformat. Das Ende der Geschichte kennen Sie ja: Papa Hoppenstedt baut alles zusammen, setzt den Brennstab ein, was den Kühen auf der Weide gar nicht gut tut. Die Explosion und das legendäre Loch in der Decke ermöglichen zumindest einen Weihnachtsgruß an die Untermieter.
Was bei Loriot noch als Pointe funktionierte, taucht in der europäischen Politik plötzlich als ernst gemeinte Idee auf. Ursula von der Leyen träumt von kleinen Reaktoren – flexibel einsatzbar, ordentlich, effizient und EU-förderungsfähig.
Besonders begeistert davon zeigt sich Markus Söder. Man sieht ihn förmlich schon vor sich: Lederhose, entschlossener Blick und hinter ihm die Alpen – davor ein schmuckes Mini-AKW mit weiß-blauem Anstrich. Bayern als Energie-Vorreiter! Vielleicht sogar mit touristischer Nutzung. „Besichtigen Sie das erste Kernkraftwerk mit Biergarten!“
Dieser Gedanke hat Charme. Während andernorts noch über Windräder und Solarparks diskutiert wird, setzt man in Bayern auf moderne Reaktörchen. Ja, unser Markus ist schon ein echter Strahlemann!

