Der Sebastian, der Jonas oder die Melanie?
So, jetzt kann er richtig losgehen, der OB-Wahlkampf 2026. „Die großen Drei“ sind – endlich – im Rennen, am Freitag warf als Letzter der aktuelle zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp seinen Hut in den Ring. Vier Monate Wahlkampf seien perfekt, am 17.11. müsse „Grünes Bamberg“ seine Kandidatur noch bestätigen. Eigentlich eine reine Formsache, wenngleich Glüsenkamp beim Pressetermin am Freitag mit einem Lächeln bemerkte. „Sie kennen ja meine Partei, da sind immer Überraschungen möglich“.
Es Schorschla ist wirklich gespannt. Und irgendwie auch beruhigt. Denn neben dem einen oder anderen Kandidaten der kleinen Parteien haben die Bamberger Bürgerinnen und Bürger am 08. März letztendlich die Qual der Wahl.
Oder wie es Showmaster Michael Schanze zu seiner besten Zeit auf den Punkt gebracht hätte: Eins, Zwei oder Drei …! Ach, wenn wir schon auf beliebte Fernsehshows zurückblicken. Ein Hauch von Herzblatt liegt da auch in der Luft. Nehmen Sie Kandidat 1, den sympathischen, engagierten Ur-Bamberger und Unternehmer Sebastian Niedermaier, der als Sozialdemokrat mit Grünem Daumen seine Heimatstadt richtig zum Aufblühen bringen möchte? Oder Kandidat 2, der 37-jährige Volkswirt Jonas Glüsenkamp, der aktuell nach eigenen Aussagen sich 60 bis 70 Stunden für das größte Referat Bambergs verantwortlich zeichnet und den Wählern ein überparteiliches Angebot machen möchte mit dem Leitmotiv „Beständig im Wandel“. Oder Kandidatin Nummer 3, die gebürtige Bambergerin Melanie Huml, seit Oktober 2003 CSU-Mitglied des Bayerischen Landtags, ehemalige Staatsministerin für Gesundheit und Pflege und Ministerin für Europaangelegenheiten und Internationales mit heißen Drähten ins politische München.
Alle drei sind Familienmenschen, verheiratet, mit eigenem Nachwuchs, was es Schorschla zusätzlich positiv stimmt. Denn es macht durchaus Sinn, wenn sich unser zukünftiges Stadtoberhaupt nicht nur um das Hier und Jetzt kümmert, sondern auch die Zukunft Bambergs immer fest im Blick hat. Ja, im Grunde ist es eine Luxussituation, in der sich Bamberg aktuell befindet: Drei engagierte Persönlichkeiten, im Auftreten ganz unterschiedlich und trotzdem jeder für sich mit Qualitäten, Ideen und Visionen, die einem Lokalpolitiker sehr gut zu Gesicht stehen.
Am Liebsten würde sich es Schorschla ja den neuen OB aus diesem Trio schnitzen: Hier die politische Erfahrung, dort das Charisma, hier ein wenig Witz, dort wichtige Verbindungen in die hohe Politik, hier der Blick für die Verwaltung, dort die Naturverbundenheit und der ökologische Blick auf die Heimat.
Eine wichtige Rolle beim Urnengang am 08. März 2026 spielt aber auch das politische Umfeld. Schwarz? Rot? Grün? Tritt man geschlossen auf? Oder gibt es Querelen und Grabenkämpfe, die keiner wirklich braucht. Eines ist klar: Eine Stichwahl wird es auf jeden Fall geben. Und so geht es im ersten Wahlgang in Bamberg nur um eines: Wer fällt als erster raus aus dem lokalen OB-Rennen?

