Mit dem Willy-Brandt-Platz wurde am Samstag ein „Ort der Begegnung und Gemeinschaft“ offiziell eingeweiht
Mit der Eröffnung des Willy-Brandt-Platzes ist der Lagarde-Campus um einen weiteren Anziehungspunkt reicher geworden. Gemeinsam mit Projektbeteiligten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung weihten Dritte Bürgermeisterin Eva Jutzler und Regierungspräsident Florian Luderschmid den neuen Quartiersplatz offiziell ein. Im Anschluss nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, bei Führungen das neue Stadtquartier kennenzulernen und beim Bürgerfest „Bamberg Ost kommt zusammen“ auf dem Platz der Menschenrechte zu feiern.
„Der Willy-Brandt-Platz ist ein weiterer Meilenstein zur Entwicklung des Lagarde-Campus. Der Platz ist nicht irgendeine Freifläche, sondern er ist ein Platz, auf dem Menschen zusammenkommen, auf dem Kommunikation stattfindet, auf dem man sich trifft und wo man im besten Sinne Gemeinschaft erleben kann. Zugleich ist er auch eine Oase der Ruhe mitten in diesem neuen Quartier“, sagte Dritte Bürgermeisterin Eva Jutzler bei der Eröffnung.
Der neue Platz bildet künftig den repräsentativen Mittelpunkt des östlichen Quartiers auf dem Lagarde-Campus. Er dient als Treffpunkt für Anwohnerinnen und Anwohner, Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher und wird künftig auch den Menschen offenstehen, die im entstehenden SancuraPark wohnen oder dort Angebote nutzen.
Seit 2021 entsteht auf rund 19 Hektar eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Bambergs. Bereits heute leben rund 1.300 Menschen auf dem Lagarde-Campus, der sich Schritt für Schritt zu einem lebendigen Stadtquartier mit Wohnen, Arbeiten, Kultur und Begegnung entwickelt. Bundesweit gilt das Konversionsprojekt als eines der innovativsten Städtebauvorhaben. Dazu tragen unter anderem das nachhaltige Energiekonzept der Stadtwerke Bamberg mit einer weitgehend lokalen Wärmeerzeugung sowie moderne Mobilitätsangebote mit Mobilitätsstationen, Carsharing, E-Ladeinfrastruktur und Angeboten für Fahrräder und Lastenräder bei.
Mit dem Willy-Brandt-Platz ist die Entwicklung des Quartiers noch lange nicht abgeschlossen. Der benachbarte Lorenz-Krapp-Park befindet sich derzeit in der finalen Phase der Fertigstellung und soll im zweiten Halbjahr eröffnet werden. Im kommenden Jahr folgt mit dem SancuraPark ein Gesundheitszentrum für den Bamberger Osten, der unter anderem Pflegeplätze für demenzkranke Menschen vorsieht. Darüber hinaus entstehen Wohngebäude, ein Supermarkt und weitere Einrichtungen.
Förderung in Rekordzeit bewilligt
Regierungspräsident Florian Luderschmid würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Platzes als wichtigen Bestandteil der Konversion und hob die langjährige Unterstützung durch die Städtebauförderung hervor. 80 Prozent der Baukosten wurden durch die Städtebauförderung von Bund und Freistaat Bayern finanziert – bewilligt durch die Regierung von Oberfranken in Rekordzeit von nicht einmal drei Monaten. Seit 1975 seien auf diesem Weg rund 150 Millionen Euro nach Bamberg geflossen, davon allein mehr als 41 Millionen Euro für die Militärkonversion.
Mit Blick auf den Namensgeber des Platzes erinnerte Luderschmid an dessen Friedenspolitik. Er zitierte Willy Brandt mit den Worten: „Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio.“ Dazu erklärte der Regierungspräsident: „Er wollte alles dafür tun, um den Frieden zu erhalten, und deshalb ist dieses Zitat sehr passend in der heutigen Zeit, wenn wir sehen, was bei uns auf der Welt überall los ist und wie viel Unfrieden wir leider überall haben.“
Eva Jutzler unterstrich diese Aussagen und betonte: „Willy Brandt steht für Mut und Aufrichtigkeit als überzeugter Gegner von Rassismus und Nationalsozialismus. Sein Name erinnert uns daran, dass Demokratie, Frieden und Zusammenhalt jeden Tag neu gelebt werden müssen.“
Abwechslungsreicher Tag
Auf großes Interesse stießen auch die Führungen über den Lagarde-Campus, die am Nachmittag angeboten wurden. Äußerst gelungen war auch das Bürgerfest „Bamberg Ost kommt zusammen“ auf dem Platz der Menschenrechte. Vereine, Musik, Mitmachangebote, internationale Gastronomie sowie Straßenkunst sorgten für ein abwechslungsreiches Programm und machten deutlich, wie lebendig sich der neue Stadtteil bereits heute präsentiert.
„Es ist ein Platz, der belebt werden soll. Deshalb freue ich mich, dass sich Wirtschaftstreibende hier ansiedeln, wie etwa die Eisdiele oder das Sushi-Restaurant. Ich freue mich immer, wenn ich mit dem Rad hier unterwegs bin und sehe, wie schnell das Viertel wächst und was sich hier alles tut“, sagte Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp.
Ein besonderer Dank galt dem Bürgerverein Bamberg-Ost unter dem Vorsitz von Jochen Kellner, der das Bürgerfest gemeinsam mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern organisiert und umgesetzt hatte. Durch das Programm führte Stadtrat Wolfgang Metzner als Moderator.
Gratis surfen
Menschen, die den Lagarde-Campus besuchen oder dort leben, können auf dem Platz der Menschenrechte und auf dem Willy-Brandt-Platz kostenlos über das Glasfasernetz der Stadtwerke Bamberg surfen. Die Nutzung der Gratis-Hotspots ist ohne Registrierung möglich: Einfach Netzwerk @baMbit free WiFi auswählen und Nutzungsbedingungen bestätigen.
Fotonachweis: Stadt Bamberg, Ronald Rinklef
Bildunterschrift:
Mit dem Durchschneiden des Bandes wird der Willy-Brandt-Platz symbolisch eröffnet.
Dritte Bürgermeisterin Eva Jutzler sprach von einem „weiteren Meilenstein bei der Entwicklung des Lagarde-Campus“.

