Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix exklusiv im WOBLA-Gespräch zum Michaelsberg
WOBLA: Jetzt sind Sie auf die absolute Zielgerade eingebogen, der Countdown läuft. Wie ist die Stimmung im Haus, wie groß ist die Vorfreude auf den Tag X?
Bertram Felix: Die Vorfreude ist natürlich bei allen, angefangen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Team, sowohl im Stiftungsmanagement wie auch im Immobilienmanagement unendlich groß, und das merkt man mit jedem Tag. Aber auch die Anspannung steigt kontinuierlich, weil wie bei jeder großen Baustelle sich jetzt alles in der finalen Phase befindet und natürlich auch an der Klosterkirche St. Michael bis zur allerletzten Minute gearbeitet wird.
Aber alle schauen jetzt immer gebannt frühmorgens auf unsere digitale Baustellentafel, wo heute Morgen vier Tage und 23 Stunden stand. Der Countdown ist ja ausgerichtet auf den Samstag um 10 Uhr zum Pontifikalamt. Und ich glaube, bei aller Anspannung, die momentan überall herrscht, überwiegt eindeutig die gigantische Vorfreude, denn das Team sieht ja aktuell die nahezu fertiggestellte Kirche und weiß, welchen Brillanten wir jetzt an die Bamberger Bevölkerung zurückgeben dürfen.
WOBLA: Ganz Bamberg freut sich darauf, den Michaelsberg nach einer gefühlten Ewigkeit wieder betreten zu dürfen. Nach den offiziellen Terminen am Samstag wird die Bevölkerung am Sonntag den Michelsberg wohl regelrecht stürmen, um den – wie Sie es so schön ausdrücken – „Brillanten“ in neuem Glanz und nach vielen, vielen Jahren endlich wieder bewundern zu dürfen.

Bertram Felix: Auch am Samstag kommen unsere Gäste überwiegend aus Bamberg, da viele lokale Handwerksfirmen und auch Bamberger Mitarbeiter ja zu den geladenen Gästen zählen. Für die breite Öffentlichkeit besteht aber wirklich am Sonntag zum ersten Mal die Gelegenheit, dass man die strahlende Klosterkirche St. Michael auch von innen betrachten kann.
Das ist mit Sicherheit für viele Bamberger tatsächlich ein absolutes Highlight, da eben so viele Familiengeschichten mit dieser Kirche verbunden werden. Insofern denke ich, werden wir am Sonntag einen sehr, sehr großen Andrang erleben. Auch diesen werden wir kanalisieren müssen, weil natürlich die Platzzahl in der Kirche begrenzt ist und wir auch zur Eröffnung eine gewisse Besucher-Obergrenze einhalten müssen. Deshalb mein Tipp: Kommen Sie rechtzeitig. Denn auch hier gilt das Motto: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
WOBLA: Wie ist der Ablauf am Sonntag geplant?
Bertram Felix: Um 9.00 Uhr beginnt der Einlass. Die Kapazität liegt bei rund 500 Personen. Ist diese Zahl erreicht, müssen wir den Zutritt beschränken, um einen geordneten Ablauf sicherzustellen. Deshalb bitten wir schon jetzt um Verständnis, wenn wir die Pforten für die Gäste auch zeitweise wieder schließen müssen. Wer die Kirche in Ruhe besichtigen möchte, kann dies auch am Nachmittag oder an den folgenden Wochenenden tun.Außerdem wartet ja noch das große Bürgerfest, das mit reichhaltigen Programm am 09. und 10. Mai in der Klosteranlage stattfindet.
WOBLA: Und man kann beim Frühschoppen am Sonntag mit einem Stiftungsschoppen auf diese unfassbare Sanierung und die prachtvollen Kunstwerke anstoßen.
Bertram Felix: Nicht nur das. Den Mitgliedern des Lions-Clubs Bamberg–Michelsberg, die uns seit vielen Jahren bei dieser Baustelle begleitet und auch unterstützt haben, war es sehr wichtig, dass sie sich noch einmal erkenntlich zeigen. Unmittelbar nach dem Festgottesdienst ist geplant, dass die Gäste bei einem großen Frühschoppen im Klosterinnenhof zusammenkommen. Dann wird es Kümmelbratwürste „vom Kalb“ und unsere eigenen bürgerspitälischen Jagdwildbratwürste geben. Durch die Kooperation mit dem Brauereimuseum ist auch für Getränke in ausreichender Anzahl und Qualität gesorgt.
WOBLA: Auf jeder Baustelle gibt es diese Tage, an denen alles perfekt läuft. Und natürlich auch das genaue Gegenteil. Was war für Sie die Sternstunde, der Glücksmoment, dieser „Jahrhundert-Sanierung“?
Bertram Felix: So richtig das Herz aufgegangen ist mir in dem Moment, als der Kirchenraum zum ersten Mal komplett abgerüstet war. Nachdem man jahrelang im Grunde nichts mehr von der prachtvollen Ausstattung erkennen konnte und der Himmelsgarten von Gerüsten und Brettern verdeckt war, erstrahlte plötzlich die Gesamtheit dieses Kunstwerkes – makellos und absolut perfekt restauriert. Ein echter Glücksmoment!
WOBLA: 41 Register mit 2.787 Orgelpfeifen fachmännisch restauriert und gereinigt, jeden Quadratzentimeter des Himmelsgartens händisch abgeklopft, nach Hohlräumen untersucht und im Bedarfsfall unterspritzt, dazu die ganze Faszination der Vergoldungen. Geschichten über Geschichten …
Bertram Felix: … ja, echt unglaublich. Alleine das Thema Gold. Was meinen Sie, wie viel Blattgold hier verbaut wurde? Und wie stark oder besser gesagt fein diese Plättchen sind? Jedes dieser Plättchen ist 8 auf 8 Zentimeter und einen sechstausendstel Millimeter stark. In der Klosterkirche wurden insgesamt 16.000 dieser hauchdünnen Elemente verwendet, 800 Gramm reines Gold. Ein wahrlich glänzendes Gesamtkunstwerk, welches wir nun eröffnen dürfen. Ich freue mich schon sehr, auf die sicherlich strahlenden Gesichter der Bambergerinnen und Bamberger, wenn sie am Wochenende „ihren“ geliebten neuen Michelsberg in diesem perfekten Zustand wieder in ihr Herz aufnehmen können.
Sonntag, 26. April:
Eröffnungsgottesdienst UND FRÜHSCHOPPEN
Beginn: 10:00 Uhr (Einlass ab 9:00 Uhr)
Kirchenöffnung und Frühschoppen
bis 17:00 Uhr im Innenhof der Klosteranlage
• Der Lions Club Bamberg– Michelsberg
grillt Kümmel- und Wildbratwürste
• Das Fränkische Brauereimuseum
schenkt gekühlte Getränke aus
• Der Bamberger Stiftsgarten bietet den Gästen
Silvaner, Kaffee und Kuchen
Die Kirche ist ab dem 01.05.2026 von Freitag bis Sonntag und feiertags von 11.00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet.
Weitere Infos unter www.buergerspitalstiftung.de
Bitte vormerken: 09./10. Mai: Bürgerfest am Michaelsberg, Beginn: 11 Uhr

