Heute im Gespräch:
Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix
WOBLA: Sehr geehrter Herr Felix, am Michaelsberg tut sich aktuell so einiges. Die Gerüste fallen, immer mehr Details der 13 Jahre renovierten Klosterkirche St. Michael kommen zum Vorschein. Läuft aktuell alles nach Plan auf der Bamberger Jahrhundertbaustelle?
Bertram Felix: Ja, ich bin sehr zufrieden. Da läuft tatsächlich derzeit alles nach Plan. Die Mitarbeiter und das gesamte Team mit den ganzen Handwerkern sind mit Hochdruck dabei, den ambitionierten Zeitplan auch einzuhalten. Ich besuche mittlerweile fast täglich die Baustelle und bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie die Arbeiten voranschreiten und wie die Kirche von Tag zu Tag schöner wird.
Die Bamberger freuen sich bereits auf den 25. April 2026, die offizielle Eröffnung der Klosterkirche St. Michael. Wie ambitioniert ist dieser Zeitplan?
Wir konnten glücklicherweise vor zwei Jahren noch ein zusätzliches Förderprogramm an Land ziehen, welches eine intensive Restaurierung der Epitaphe (Gedenktafeln, Anm. d. Red.) und der beiden Kapellen – der Heilig-Grab- und der Marienkapelle – ermöglicht.
Diese Kapellen werden zum Tag der Eröffnung noch nicht zugänglich sein, weil deren Restaurierung noch mindestens bis Ende 2026, wenn nicht sogar bis in das Jahr 2027 hinein andauern wird. Da gilt das Motto ‚Qualität vor Zeit‘. Das Gleiche betrifft auch die Epitaphe. Diese werden von der Eröffnung der Kirche Ende April beginnend bis Ende Mai ohne Gerüst zu sehen sein.
Wer also die Kirche ohne jedes Gerüst sehen möchte, dem ist ein Besuch im Mai zu empfehlen. Danach wird die Kirche Montag bis Donnerstag geschlossen, damit die Handwerker dort in Ruhe arbeiten können und am Wochenende die Besucher auch ungestört von den Arbeiten die Kirche genießen können.
Wer wissen möchte, wie lange er noch auf den „Tag X“ warten muss, kann dies am Michaelsberg sekundengenau „ablesen“?
Ja, wir haben vor wenigen Wochen eine Countdown-Uhr am Bauzaun installiert. Justiert ist diese auf den Pontifikal-Gottesdienst am Samstag, den 25. April, 10 Uhr, den offiziellen Eröffnungstermin. Daraufhin sind jetzt alle Arbeiten und Anstrengungen ausgerichtet.
Ein wichtiger Termin ist sicherlich auch das Bürgerfest!
Es ist uns besonders wichtig, dass die Bamberger – so wie wir es bei der Glockenweihe auch gemacht haben – ins Zentrum gestellt werden. Ihnen „gehört“ ja letzten Endes diese Kirche, viele von ihnen verbinden wunderbare und unvergessliche Familiengeschichten mit diesem Ort: Vor allem Eheschließungen unter dem Himmelsgarten, aber auch das Bürgerspital, in welchem viele Omas und Opas über Jahrzehnte hinweg im Altenheim gut versorgt wurden.
Es ist geplant, dass wir gemeinsam mit unseren Bürgern das große Fest der Wiedereröffnung am 9. Mai begehen. Ein Samstag, mit einem wirklich bunten Veranstaltungsprogramm. Vorträge der beteiligten Planer und Handwerksfirmen erklären Details, es werden Sonderführungen angeboten, welche einen vertieften Einblick in die verschiedenen Gewerke ermöglichen. Es ist ohne Zweifel ein besonderes Ereignis der Stadtgeschichte und das werden wir entsprechend würdigen.
Ergänzend dazu werden wir mit den Fördermittelgebern und den Handwerksbetrieben eine separate Veranstaltung in Form eines Festaktes organisieren – das gebietet auch die Dankbarkeit denen gegenüber, die überhaupt diese Arbeiten erst möglich gemacht haben.
Sie haben die Glockenweihe angesprochen. Diese war der erste Akt der Wiedereröffnung. Der nächste wird sein, die Glocken nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. Erfreulich ist debei die Tatsache, dass dieser ganz besondere Moment am dritten Adventssonntag von allen interessierten Bambergerinnen und Bambergern genossen werden kann.
Wir haben wirklich nichts unversucht gelassen, um diese wunderbare Premiere noch im Advent erleben zu dürfen. In den vergangenen Wochen wurden die Glockenstühle errichtet und die Glocken perfekt ausgerichtet. Diese wurden von Experten eingependelt und fein intoniert. Was dabei sehr wichtig war: Erst musste die gesamte Elektrik der Glocken installiert und programmiert werden. Durch die 50 Meter Wendeltreppe mussten zudem die Elektroverteilungen in den Türmen noch mit der Hauptverteilung der Kirche verbunden werden. Dass das alles tatsächlich noch vor Weihnachten geklappt hat, macht das ganze Team wirklich glücklich. Denn eines ist sicher: Da jetzt alles installiert ist, können wir den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt am Sonntag ein vollendetes Klangerlebnis präsentieren (Anm. d. Red.: Details zum Einläuten finden Sie auf Seite 15)
Wenn wir schon bei einem besonderen Klangerlebnis sind: Es gibt ja auch ein großes Konzert der Bamberger Symphoniker in St. Michael.
Das ist ohne Zweifel ein besonderes Highlight und wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis. Michael Stoschek, damals Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Weltkulturerbe und großer Mäzen dieses Projekts, hat die Kooperation mit den Symphonikern sozusagen eingefädelt. An dieser Stelle auch ein herzlicher Dank an den Chefdirigenten Jakub Hr?ša und den Intendanten Marcus Rudolf Axt, welche die Benefizkonzerte immer vorbehaltlos unterstützt haben. Insofern ist es uns eine besondere Ehre, dass die Symphoniker auch den Schlusspunkt setzen, indem sie dann Ende Mai ein letztes großes Benefizkonzert geben werden. Wir planen zudem ein umfangreiches Kulturprogramm und dieses wird mit diesem Benefizkonzert mit Sicherheit seinen würdigen Anfang finden.
Wobei auch die VHS-Stadt mit vielen Fachvorträgen involviert sein wird.
Im Vorgriff auf die Eröffnung ist geplant, die Bürger über intensive Fachvorträge der einzelnen Gewerke in das Thema einzuführen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Tiefe der Restaurierungsgeschichte erlebbar zu machen. Weil man wie bei jeder Renovierung immer nur das Endergebnis sieht, aber niemals die Details und Herausforderungen des Entwicklungsprozesses vor Augen geführt bekommt. Die bisherigen Vorträge sind schon auf ein überragendes Interesse gestoßen. Die Menschen saßen auf den Treppen- und Fensterbänken, weil sie sonst keinen Platz mehr bekommen haben.
Ich kann die gesamte Vortragsreihe nur wärmstens empfehlen. Im Hinblick auf die Eröffnung sieht man die Kirche dann nochmal mit ganz anderen Augen, als wenn man völlig unbedarft dieses wunderbar renovierte Bauwerk betreten würde.
Zum Abschluss müssen Sie den WOBLA-Leserinnen und -Lesern noch zumindest ein kleines Geheimnis zum neuen Gottesgarten, dem weltberühmten Deckengemälde in St. Michael, verraten: Was erwartet die Gäste 2026 beim Blick nach oben?
Die Menschen dürfen sich auf ein großes Stück Himmelreich auf Erden freuen.
Das ist ein schönes Schlusswort. Und es macht Lust auf die große Eröffnung.
Vielen Dank für dieses Interview.
Zum Foto: Nach dem großen Bürgerfest zur Präsentation der neuen Glocken freut sich Bertram Felix bereits auf das festliche Einläuten aller elf Glocken am 3. Adventssonntag. Foto: B. Oelsner

