– für die Menschen, die Betriebe und die Wirtschaft der Region
Der Fachkräftemangel bleibt für viele Unternehmen eine der zentralen Herausforderungen. Doch trotz des anhaltend hohen Bedarfs an gut qualifizierten Fachkräften, nimmt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ab. Dabei sind Ausbildungsplätze ein wichtiger Schlüssel, um Fachkräfte zu gewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu sichern.
Ausbildungsstellen-Akquise-Wochen der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg
Um dieser Entwicklung bewusst entgegenzuwirken, startet die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg in Zusammenarbeit mit den Kammern im Oktober eine besondere Akquise-Aktion unter dem Motto „Azubi gesucht, Zukunft gefunden“: In Außendiensten und Telefonkontakten gehen die Experten des Arbeitgeber-Services verstärkt auf Betriebe der Region zu und halten diese dazu an, offene Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit zu melden. Denn nur wenn der Ausbildungsmarkt möglichst vollständig abgebildet wird, können Ausbildungssuchenden wiederum passende Chancen eröffnet und Unternehmen bei der Sicherung Ihres Fachkräftenachwuchses unterstützt werden. Stefan Trebes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, erklärt in diesem Zusammenhang: „Ausbildung schafft langfristige Perspektiven – für die Menschen ebenso wie für die Betriebe unserer Region. Wer heute ausbildet, investiert in die Fachkräfte von morgen und damit auch in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes“.
Dabei geht es bei den Akquise-Wochen nicht alleine darum, Ausbildungsstellen zu gewinnen. Die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg möchte die ansässigen Unternehmen auch zu den Möglichkeiten beraten, wenn sich die Suche nach einem passenden Auszubildenden schwierig gestaltet und eine „klassische Besetzung“ zunächst nicht gelingt. In diesem Fall ist beispielsweise eine Umschulung ein interessanter und vielversprechender Weg.
Neue Perspektiven durch Umschulung
Dass eine Umschulung Chancen eröffnet, zeigt das Beispiel von Kseniia Palahuta. Für die gebürtige Ukrainerin stand nach ihrer Ankunft in Deutschland die Frage im Mittelpunkt, wie sie hier beruflich Fuß fassen und sich eine langfristige Perspektive aufbauen kann. Am 01.09.2026 hat sie nun eine Umschulung zur Köchin beim Braugasthof Grosch in Rödental begonnen und startet beruflich neu durch. Wir haben mit ihr über ihre Erfahrungen und ihren Weg gesprochen:
Frau Palahuta, erzählen Sie uns ein bisschen mehr über sich – wer sind Sie, woher kommen Sie und was machen Sie aktuell?
Ich heiße Ksenia Palahuta und bin 43 Jahre alt. Ich komme aus der Ukraine und lebe seit zwei Jahren in Deutschland. Ich bin wegen des Krieges nach Deutschland gekommen. In der Ukraine habe ich neun Jahre lang Jura studiert. Ich habe einen Masterabschluss in Rechtswissenschaften und habe danach 17 Jahre als Staatsanwältin gearbeitet. Jetzt mache ich eine Umschulung zur Köchin bei Grosch. Für mich ist das ein Neuanfang.
Wie fühlt es sich für Sie an, beruflich neu zu starten?
Ich habe ein bisschen Angst, weil mein Deutsch noch nicht so gut ist. Ich denke, dass es manchmal schwierig für mich sein wird. Aber ich hoffe, dass mein Deutsch durch die Umschulung besser wird. Für mich ist das etwas ganz Neues und sehr Interessantes.
Warum haben Sie sich für eine Umschulung zur Köchin entschieden?
Ich habe viele Bewerbungen geschrieben, auch als Anwaltsassistentin, aber leider viele Absagen bekommen. Kochen ist mein großes Hobby. Ich koche gerne für meine Familie und meine Freunde. Deshalb wollte ich den Beruf als Köchin ausprobieren. So kam ich zum Praktikum bei Grosch. Das Team dort hat mich sofort beeindruckt.
Was würde Ihre Familie sagen, wenn ich sie fragen würde, welches Gericht Sie am besten Kochen?
Lasagne mit Bechamel- und Bolognesesoße – das ist das Lieblingsgericht meiner Familie und vor allem meines Sohnes.
Und welches Gericht möchten Sie unbedingt während Ihrer Umschulung bei Grosch lernen?
Ich hoffe sehr, dass ich Kartoffelklöße kochen lerne. Sie sind eines der bekanntesten deutschen Gerichte. Ich würde sie sehr gerne selbst machen können.
Wie war Ihr Weg der Arbeitssuche in Deutschland?
Bei der Arbeitssuche hat mir Stabi Plus sehr geholfen. Ich hatte auch Termine beim Jobcenter und bei der Agentur für Arbeit. Dort habe ich viel Unterstützung bekommen.
Welche Chancen sehen Sie nun durch die Umschulung?
Die Umschulung gibt mir die Chance, mich schnell zu integrieren. Ich kann einen neuen Beruf lernen und mich beruflich weiterentwickeln.
Das Beispiel macht deutlich: Der (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben erfordert zwar Mut, Einsatz und Durchhaltevermögen, kann aber langfristig neue Chancen schaffen – egal ob im Rahmen einer Ausbildung oder einer Umschulung. Gleichzeitig profitieren auch die Betriebe davon, wenn sie Nachwuchskräfte ausbilden und qualifizierte Fachkräfte für die Zukunft gewinnen.
Jetzt Ausbildungsstellen melden
Die Agentur für Arbeit appelliert deshalb an die Unternehmen der Region, ihre Ausbildungsbedarfe frühzeitig mitzuteilen und freie Ausbildungsstellen zu melden. „Jede gemeldete Ausbildungsstelle eröffnet einem Menschen eine Perspektive – und einem Betrieb die Chance, seine zukünftigen Fachkräfte selbst auszubilden“, betont Trebes und empfiehlt: „Wir werden im Oktober nicht alle Betriebe besuchen oder erreichen können, aber ein Anruf bei uns genügt und wir beraten Sie gerne – auch direkt vor Ort im Unternehmen. Wir freuen uns über jeden Betrieb, der mitmacht und uns seine Ausbildungsstellen meldet. Gemeinsam mit unseren Kammern und allen anderen Partnern am Ausbildungsmarkt können wir dazu beitragen, Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen und gleichzeitig die Fachkräftebasis unserer Unternehmen zu stärken. Schließlich geht es uns allen um dasselbe, nämlich um unsere Region, unsere Betriebe und die Menschen, die hier leben und arbeiten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“.

