Demokratiegespräche auf der Regnitz verbinden Bambergs Zivilgesellschaft
Für Gespräche über Demokratie ging es aufs Wasser: 46 Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen und Organisationen trafen sich unter dem Motto „Alle in einem Boot?“ auf dem Fahrgastschiff Stadt Bamberg zu einem Austausch über gesellschaftlichen Zusammenhalt und Mitbestimmung. Eingeladen hatten das Evangelisch-Lutherische Dekanat Bamberg gemeinsam mit Wolfgang Budde im Rahmen des Projekts „Bamberg Demokratisch“. Mit an Bord waren neben den beiden Schirmherren, Dekanin Sabine Hirschmann und DGB-Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt, auch Vertreterinnen der Raps-Stiftung und der Sparkassenstiftung, die das Projekt unterstützen.
„Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt“, so Mitorganisatorin Andrea Hofmann (Dekanat Bamberg). „Auf einem Schiff kommen Menschen anders miteinander ins Gespräch als in einem Sitzungssaal. Für ein paar Stunden teilt man denselben Raum und dieselbe Route. Wir fanden es spannend, in so einem Setting danach zu fragen, wo wir als Gesellschaft gemeinsam unterwegs sind und wo vielleicht auch nicht. Verschiedene Interessen, Erfahrungen und Haltungen gehören zur Demokratie dazu. Wichtig ist es, darüber im Austausch zu sein.“
Während das Schiff über die Regnitz fuhr, diskutierten die Teilnehmenden an elf Thementischen über Fragen rund um Demokratie und gesellschaftliches Miteinander: Wie kann Teilhabe und Mitbestimmung ermöglicht, Verantwortung übernommen und Vertrauen aufgebaut werden? Welche Rolle spielt Bildung in einer Demokratie? Welche Werte braucht es in unserer Gesellschaft? Schülerinnen und Schüler des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums hatten die Gesprächsrunden in gemeinsamen Workshops vorbereitet und moderierten nun den Austausch an den Tischen. Mit großer Aufmerksamkeit sorgten sie dafür, dass die Diskussionen strukturiert verliefen und unterschiedliche Perspektiven Raum bekamen. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet und weitergetragen.
Die Veranstaltenden zeigen sich mit dem Nachmittag sehr zufrieden. Besonders wichtig sei gewesen, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die sich sonst nicht selbstverständlich begegnen. „Raus aus der Bubble“ sei ein zentrales Ziel gewesen und genau das habe funktioniert. Viele hätten den offenen Austausch und die besondere Atmosphäre auf dem Schiff als ermutigend erlebt. Gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten brauche Demokratie Räume, in denen Menschen einander zuhören, unterschiedliche Sichtweisen aushalten und gemeinsam nach Lösungen suchen. Genau dafür habe die Veranstaltung auf der Regnitz ein starkes Zeichen gesetzt.
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Text: Natalie Schreiber
Bildrechte: Andrea Hofmann

